TEUBLITZ -Eine kurze Geschichte der Stadt

Teublitz – Eine kurze Geschichte der Stadt

 

  • Das spätere Landrichteramt (Vizthumamt) Burglengenfeld fällt durch den Tod von Friedrich III. von Pettendorf-Lengenfeld-Hopfenohe 1119 an die Wittelsbacher, da seine Tochter Heilika von Lengenfeld Pfalzgraf Otto V. von Scheyern bzw. Wittelsbach heiratete. Durch diese Ehe wird das Gebiet um Burglengenfeld bayerisch; ihr gemeinsamer Sohn Otto I. wird nach dem Sturz Heinrichs des Löwen 1180 Herzog von Bayern. Mit ihm begann die Herrschaft der Wittelsbacher in Bayern, die erst mit der Novemberrevolution 1918 endet.
  • Im ältesten bayerischen Herzogsurbar (Besitzverzeichnis), das Otto II. um 1230 anlegen lässt, wird Teublitz zum ersten Mal erwähnt und erscheint hier als Da der Name auf einen slawischen Ursprung hinweist, besteht bereits um 800 hier eine Siedlung.
  • 1507 erfolgt der Verkauf des bisher landesherrlichen Dorfes Teublitz an die Adelsfamilie Sintzenhofer: Teublitz wird damit zum Landsassengut (bzw. Hofmark), was bedeutet, dass die untere (niedere) Gerichtsbarkeit bei den adeligen Besitzern und nicht mehr beim Landrichteramt in Burglengenfeld liegt; der Besitz eines Landsassengutes berechtigt auch zur Teilnahme an den pfalz-neuburgischen Landtagen. Die Strafgerichtsbarkeit wird aber weiterhin vom Richter in Burglengenfeld ausgeübt. Die Sintzenhofer lassen sich allerdings bereits seit 1328 in Teublitz nachweisen, da sie damals bereits über Grundbesitz verfügten. Die Hofmarksbesitzer bzw. Familien wechseln im Verlauf der Jahrhunderte, die Gerichts- und Polizeirechte der Hofmarksherrschaft (Patrimonialgerichtsbarkeit) enden aber erst 1848. Seitdem wird auch die Zivilgerichtsbarkeit wieder in Burglengenfeld geregelt. Seit dieser Zeit verfügen die Bauern auch über uneingeschränkte Eigentumsrechte, zuvor lag das Eigentum bei der Hofmarksherrschaft oder es gab (im Sinne der Grundherrschaft) die Rechtskonstruktion des „geteilten Eigen“ zwischen Hofmarksherrn und Landwirt.
  • 1506 erfolgt die Gründung des Herzogtums Pfalz-Neuburg, zu dem auch das Landrichteramt Burglengenfeld gehört. Das Gebiet des späteren Landkreises Burglengenfeld gehört also bis zur ersten Verfassung des Königreichs Bayern 1808 nicht zur Oberpfalz, sondern stellte im Heiligen Römischen Reich ein eigenständiges Fürstentum dar. Die Zentralbehörden befinden sich zuerst in Neuburg a.d. Donau, später in Heidelberg, Düsseldorf und Mannheim. Erst nach dem Herrschaftsantritt von Kurfürst Karl Theodor ab 1777 wird die Oberpfalz und Pfalz-Neuburg durch eine Personalunion (der Kurfürst regiert als Person unterschiedliche Herrschaften, die nominell unabhängig sind) wieder miteinander verbunden. Staatsrechtlich handelte es sich aber, wie bereits erwähnt, bis zum Ende des Alten Reichs 1803 (Reichsdeputationshauptschluss) bzw. bis zur Verfassung 1808 um eigenständige Territorien.
  • 1542 erfolgte in Teublitz die Reformation, also der Wechsel von der katholischen zur evangelischen Religion. Ab 1617 erfolgte die Rückkehr zum katholischen Glauben.
  • 1576 Erwähnung einer Schule in Saltendorf. Der Schul- und Pfarrbezirk stimmen bis in das 20. Jahrhundert überein, da die Schulverwaltung von der Pfarrei wahrgenommen wird.
  • Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) starke Zerstörungen. Vor dem Krieg, um 1600, besitzt Teublitz 30 Häuser.
  • Um 1750 Bau des Schlosses durch Karl Wilhelm Teufel von Pirkensee, um 1800 Errichtung des Pavillons durch den Regensburger Reichstagsgesandten Konrad Reinhard Ritter von Koch. Sein Sohn Friedrich August, der später von einem Freiherrn von Gise adoptiert wird, erreicht zwischen 1832 und 1846 die Position des bayerischen Außenministers.
  • Bildung der Gemeinde Teublitz durch das Zweite Gemeindeedikt vom 17.05.1818 (als patrimonialgerichtliche Ruralgemeinde, ab 1835 erfolgte die Bezeichnung Landgemeinde). Teublitz umfasste damals 52 Familien, im Jahre 1830 ca. 330 Einwohner. Der Gemeindevorsteher übte die Rechte aus, die heute dem Bürgermeister zustehen.
  • 1853 Gründung der Maxhütte, in den nächsten Jahrzehnten geben viel Kleinbauern (Häusler) ihren Betrieb auf oder üben ihn nur noch im Nebenerwerb aus, um im Eisenwerk zu arbeiten. Im Gebiet des heutigen Städtedreiecks bildeten sich industrielle Sozialstrukturen.
  • 1859 Eröffnung der Bahnlinie Regensburg – Nürnberg, Bau des Bahnhofs Haidhof durch die private Bayerische Ostbahn, die erst 1876 verstaatlicht wird. Beim Bau der Lokalbahn zwischen Haidhof und Burglengenfeld 1900 bekommt auch Teublitz einen Bahnhof. Teublitz umfasst damals ca. 930 Einwohner.
  • 1870 Aufenthalt des sächsischen Kronprinzen im Schloss Teublitz bei Maximilian Josef Freiherr von Gise, der als kgl.-bayerischer Gesandter in Dresden akkreditiert ist.
  • 1902 Bau des Forstamts.
  • 1907/1908 Streik in der Maxhütte, es kommt zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen, die aber für die Arbeiter erfolglos bleiben. Mehr als 40 Arbeiter werden wegen Landfriedensbruch zu Gefängnisstrafen verurteilt.
  • 1882, 1909, 1954, 1988, 2011 starke Hochwasser an der Naab.
  • 1925-1926 Bau eines ersten Schulhauses in Teublitz, das 1972 im Zuge des Ausbaus der Bundesstraße wieder abgerissen wird. Die Gemeinde hat damals ca. 1400 Einwohner.
  • 1929 Verlegung der Pfarrei von Saltendorf nach Teublitz, Bau einer neuen Pfarrkirche und Abriss der alten Hofmarkskapelle. Bereits drei Jahre vorher erfolgt beim Standesamt eine Loslösung von Saltendorf. Das Standesamt Saltendorf entstand 1876, zuvor war die Pfarrei für die Beurkundung bei Familiensachen zuständig.
  • 1934-1935 Auffüllen des alten Dorf- und Feuerlöschweihers, Bau des Rathauses. Pflasterung der Regensburgerstraße.
  • Am 25.08.1939 Erhebung zum Markt und Verleihung eines eigenen Wappens. Bereits ab 04.05.1938 dürfen jährlich zwei Jahrmärkte abgehalten werden.
  • 1938 teilweise Verpachtung des Schlossparks an die Gemeinde. 1940 Verkauf von Roman und Anna Breitsamter an die Marktgemeinde, um einen „Erholungspark“ zu errichten.
  • 1949-1950 Bau der neuen Schule, da sich die Einwohnerzahl durch Flucht und Vertreibung nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs stark erhöht. Betrug die Einwohnerzahl im Jahre 1908 etwa 940 Personen, stieg sie 1925 auf 1400, 1939 auf über 2000 und 1946 auf ca. 2540 Menschen, darunter knapp 1600 Heimatvertriebene und Flüchtlinge.  Bis 1950 erreicht die Zahl der Einwohner dann knapp 3900.Im Jahre 1957 und 1974 Erweiterung der heutigen Telemann-Mittelschule. Die Benennung erfolgt 2011, da die Vorfahren des Komponisten Georg Philipp (1681-1767) aus Saltendorf stammten. 2006 Bau der neuen Turnhalle.
  • 1952 Beginn des Ausbaus der zentralen Wasserversorgung, ab 1963 Bau der Kanalisation bzw. des Klärwerks; Neubau der Kläranlage 1995.
  • Stadterhebung am 09.08.1953.
  • 1964 Abriss des alten und Bau des neuen Kirchturms.
  • 1971 Gebietsreform, Eingemeindung von Katzdorf und Münchshofen, 1972 Auflösung des Landkreises Burglengenfeld, der im Landkreis Schwandorf aufgeht. 1978 Eingemeindung von Premberg und Saltendorf.
  • Ab 1971 Montankrise, in den nächsten Jahren Entlassungen in der Maxhütte. Am Beginn der 50er Jahre beschäftigte das Werk alleine aus Teublitz 900 Arbeitskräfte.
  • 1972 Einweihung des Naherholungsgebietes Höllohe; Schließung des Kinos.
  • 1975 Bau der Brücke nach Münchshofen.
  • 1976 Brandstiftungen in Münchshofen.
  • 1978 Einrichtung eines Pflegeheims im Schloss durch die Firma Heuser.
  • Ab 1981 Diskussion über Bau einer WAA in der Region, zeitweilig wird auch der Samsbacher Forst als Standort geprüft.
  • 1984 Abriss des alten Pfarrhofs, Bau der Raiffeisenbank.
  • 1986 Ende des Kaltwalzwerks, ein Jahr später Konkurs der gesamten Maxhütte, 1990 endgültiges Aus für das Werk. 1990 Niederlassung der Firma Läpple im ehemaligen Kaltwalzwerk.
  • 1992 Bau einer neuen Kläranlage zusammen mit Maxhütte-Haidhof .
  • 1993 Städtepartnerschaft mit Blovice in der Tschechischen Republik, 1996 Partnerschaft mit Baborow in Polen.
  • 2002 Renovierung des Rathauses, Umgestaltung des Rathausvorplatzes.
  • 2003 Jahrhundertsommer (auch 1976, 1983, 2015 Hitzewellen; in den Jahren 1607-1608, 1708-1709, 1946-1947, 1962-1963, 1985, 1987, 2011 Kältewellen).
  • 2006 Einweihung der neuen Dreifachturnhalle.
  • 2008 – 2011 Renovierung und Erweiterung der Schule, um sie als Ganztagesschule fit zu machen.
  • 2015 Gemeinsames Bestattungsunternehmen mit den Stadtwerken Burglengenfeld („Kommunale Bestattungen Burglengenfeld – Teublitz“).
  • 2016 Eröffnung eines Seniorenheims.
  • 2017 Umbau der früheren Schule in Saltendorf zum Mehrgenerationenhaus.

 

Liste der Besitzer der Hofmark bzw. des Gutes Teublitz

1507 – 1553    Familie Sinzenhofer (die Familie besaß  mindestens seit 1328 Grundbesitz in Teublitz, erlangte  aber erst 1507 die Hofmarksrechte).

1553 – 1557    Albrecht von Güllen

1557 – 1573    Hans von Leublfing

1573 – 1613    Familie Oesterreicher

1613 – 1616    Adam von Herbersdorf, Landmarschall in Pfalz-Neuburg.

1616 – 1795    Familie Teufel (Teuffel) von Pirkensee (u.a. Carl Wilhelm von Teufel, gest. 1780, Reichstagsgesandter für Mecklenburg in Regensburg).

1795 – 1821     Konrad Richard Ritter von Koch, Reichstagsgesandter für Lübeck und Holstein    Regensburg.

1821 – 1860    Friedrich August Freiherr von Gise (1783 – 1860), kgl.-bayerischer Minster.

1860 – 1890    Maximilian Joseph Freiherr von Gise (1817 – 1890), kgl.-bayerischer Gesandter in Dresden.

August Friedrich Freiherr von Gise (1850 – 1913).

Maria (Irma) Franziska Freifrau von Rolshausen (1876-1935), verw. Gräfin von Walderdorff, geb. von Gise. In erster Ehe ist sie mit Wilderich Graf von Walderdorff (1857-1910) vermählt, in zweiter Ehe heiratet sie Wilhelm Freiherr von Rolshausen (1875 – 1969). Ihr zweiter Gatte betätigt sich schriftstellerisch als Autor von Jagd- und Benimmratgebern.

1919                           Versteigerung des Gutes Teublitz, der Besitz wird durch einen Holzhändler aus Oberammergau ersteigert, dessen Tochter, Anna Mangold, mit Roman Breitsamter verheiratet ist. Dieser adoptiert 1961 den Gutsverwalter Hermann Geislinger.

1977                Die Familie Heuser pachtet das Schloss, Einrichtung eines Pflegeheims. 2005 Verkauf an das Sozialwerk Heuser.

 

Liste der Gemeindevorsteher und Bürgermeister in Teublitz

1818                Obermayer, Adam

1821                Ehmann, Gottfried

1824                Brunner, Georg

1830                Plank, Johann

1833                Schmidt, Joseph

1836                Hofmann, Joseph

1840                Plank

1845                Hofmann, Joseph

1851                Hummel

1853                Brunner

1857                Plank

1861                Brunner

1863                Haider, Georg

1870                Brunner, Wolfgang

1876                Götz

1881                Böhm, Johann

1887                Mulzer, Joseph

1994                Hummel, Johann

1900                Böhm, Johann

1906                Rauch, Johann

1912                Frieser, Josef

1933                Böhm, Peter

1941                Hochstettler, Josef

1945                Frieser, Josef

1946                Karl, Josef

1948                Müller, Heinrich

1949                Hochstettler, Josef

1953                Rothauscher, Josef

1973                Lenk, Rudolf

1996                Fink, Kurt

2008                Steger, Maria